Sozialisation und Differenz
HarmoS: da kommt etwas (481kB)
Der Fachbereich Sozialisation und Differenz leistet einen zentralen Beitrag zum Verstehen der Bedingungsfaktoren von Bildungschancen und Bildungsverläufen im Spannungsfeld von sozialen Ausdifferenzierungsprozessen (Reproduktion von sozialen Ungleichheiten) und sozialen Integrationsprozessen (Neuverteilung von sozialen Chancen). Neben einer pädagogischen Sicht auf diese Thematik bezieht er auch eine soziologische und eine ethnologische Perspektive mit ein.
In unserer Gesellschaft werden Differenzen und Ungleichheiten entlang sozial konstruierter Merkmale, insbesondere Ethnie, Geschlecht und Schichtzugehörigkeit, immer wieder von Neuem durch sozialstrukturelle Begebenheiten und normative Zuschreibungen in verschiedenen gesellschaftlichen Systemen hergestellt. Der Fachbereich Sozialisation und Differenz thematisiert die institutionellen Mechanismen der Reproduktion von Ungleichheit in der Schule und durch Bildung sowie in Wechselwirkung mit anderen Systemen (Familie, Nationalstaat, Wirtschaft u.a.) auf einer Mikro-, Meso- und Makroebene. Er fragt aber auch nach den Integrations- und Homogenisierungsprozessen durch Bildung und befasst sich mit den institutionellen und pädagogischen Möglichkeiten von Schule und Bildung, Ungleichheiten in und durch Bildung entgegenzuwirken. Im Weiteren beschäftigt er sich mit den Folgen von Ungleichheit, Selektion und Integration auf die Sozialisationsprozesse und Bildungsverläufe der Individuen im weiteren Lebenslauf.
Bei der Vermittlung von Inhalten aus diesem Themenfeld in Aus- und Weiterbildungsangeboten für Lehrpersonen und Beratungen für Schulen fokussiert der Fachbereich Sozialisation und Differenz neben der Schaffung des Problembewusstseins vor allem auch auf die Handlungsmöglichkeiten von Lehrpersonen in Schulen, die auf mehr Bildungserfolg aller Schüler und Schülerinnen abzielen.
In folgenden Themenfeldern bietet der Fachbereich Sozialisation und Differenz Studentinnen und Studenten in der Lehrer- und Lehrerinnenausbildung sowie Akteuren der Schule (Lehrpersonen, Schulleitungen) in der Weiterbildung Grundlagen und weiterführende Erkenntnisse für ein vertieftes Verständnis anspruchsvoller Fragestellungen. Das Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten in diesen Feldern erweitert nicht nur den Kompetenzbereich von angehenden Lehrpersonen, sondern ebenso von praktizierenden Lehrern und Lehrerinnen, Bildungsfachleuten, Behördenmitgliedern und weiteren am Bildungsprozess Beteiligten.
aus pädagogischer Perspektive:
Möglichkeiten pädagogischer Praxis in
- bezüglich Geschlecht, ethnische Zugehörigkeiten, Sprache und
Schichtzugehörigkeit - heterogenen Gruppen
- Folgen des monokulturellen, monolingualen und mittelschichtorientierten Habitus in Schule und Unterricht für den Lern- und Bildungserfolg von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
- mehrperspektivische Zugänge zu Menschen mit Migrationshintergrund; Partizipation und Inklusion
- Migration und Transnationalität im Zusammenhang mit gesellschaftlichem und politischem Wandel im In- und Ausland
- Qualität in multikulturellen Schulen (QUIMS); Unterrichtsqualität in heterogenen Klassen
aus soziologischer Perspektive:
Ungleichheit in und durch Bildung
- Institutionalisierung der Gleichheitsidee im Kontext von gesellschaftlicher Ungleichheit
- Mechanismen der Legitimierung und Reproduktion von Ungleichheit durch Schule und Bildung
- Bildungsverläufe und die Bewältigung von Übergängen im Lebensverlauf und zwischen Sozialisationsfeldern
aus ethnologischer Perspektive:
Verstehen individueller
Lebenszusammenhänge auf dem Hintergrund gesellschaftlich ungleicher
Machtverhältnisse im Hinblick auf schulische und ausserschulische
Bildungsprozesse
- Analyse alltagskultureller Phänomene und Mikrostrukturen im Kontext Schule mittels ethnografischer Zugänge
- Zusammenhänge zwischen schulischem Lernen und ausserschulischen Bildungsprozessen
- Kindheit und Jugend zwischen gesellschaftlicher Normierung und Akteursperspektive
- Zusammenhänge zwischen Zugehörigkeits- und Ausschlussprozessen mittels der sozial wirksamen Differenzkategorien Geschlecht, Alter, Ethnizität und Schicht
- Verstehen von Sozialisationsprozessen als interpretative Reproduktion der Akteure innerhalb eines Machtfeldes von unterschiedlichen Interessen, Normen und Werten
- Migrationsbewegungen und Migrationsbiografien vor dem Hintergrund von gesellschaftlichem und kulturellem Wandel im In- und Ausland und den Auswirkungen auf Bildungsverläufe und Identitätsbildung
Der Fachbereich Sozialisation und Differenz erfährt eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von aktuell 20 Dozierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitenden hauptsächlich aus den Bereichen Pädagogik, Soziologie und Ethnologie, die in Ausbildung, Weiterbildung, Forschung & Entwicklung sowie Beratung & Schulentwicklung tätig sind.
(nicht abschliessend)
Die Mitglieder des Fachbereichs sind an der Konzeptionierung, Durchführung und Weiterentwicklung der nachfolgenden Angebote beteiligt:
Im Fachbereich
- Studie zu HarmoS: strukturierte Darstellung von Informationen und Einschätzungen verschiedener Stakeholders des Schulfeldes (Berufsgruppen, Behörden) zur Implementierung der Schweizerischen Leistungsstandards der EDK.
- Beiträge der Ethnologie zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung
- Studienbuch «Schule und Bildung aus soziologischer Perspektive» in Ergänzung zum Studienbuch «Schulentwicklung – historisch, theoretisch, praktisch»
In der Ausbildung
- BE 310 Schule und Bildung aus soziologischer Perspektive
- BE 320 Kindheit und Jugend aus kulturwissenschaftlicher Perspektive
- BE 341/ 342/ 343 Unterrichtsqualität in heterogenen Klassen
Wahlmodule / Vertiefungsmodule / Akzentuierungen
- BE 330 Migration und ihre Literatur
- BE 331 Migration: Austausch im Inland
- BE 332 Migration: Studienaufenthalt in Süd-Ost Europa
- BE 370/ 380/ 390 Vertiefungen: Sozialisation und Differenz
- BE 132 Studienschwerpunkt: Migration und Mehrsprachigkeit
In der Weiterbildung
- ZLG: Migration und Schulerfolg/ Quims
- ZLG für Lehrpersonen der Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK)
- ZLG Deutsch als Zweitsprache (Kooperation mit FB Deutsch/ Deutsch als Zweitsprache)
- Wahlmodul: Studienreise nach Südosteuropa
- Wahlmodul: Kooperatives Lernen
- Wahlmodul: Ressourcen nutzen und Partizipation ermöglichen. Fokus – Eltern und Kinder mit Migrationshintergrund
- Wahlmodul: Heterogenität in der Schule
- Kurs: Leistungsmessung und Bildungsstandards
- Kurs: Kooperatives Lernen im Schulfeld
- Kurs: Unterrichtsqualität in heterogenen Klassen
- Kurs: Unterrichtsdesign und Geschlecht
- Kurs: Schüler/-innen Partizipation
- Kurs: Ritualisierung im Schulalltag
In der Beratung & Schulentwicklung
- Unterstützungsleistungen in der Umsetzung Volksschulgesetz, insbesondere Qualität in multikulturellen Schulen (QUIMS), Partizipation und Sonderpädagogische Massnahmen/ Heterogenität
- Fachberatung zum Thema Unterrichtsqualität Heterogenität im Schulfeld
- Fachberatung zur gleichwertigen Förderung von Mädchen und Knaben
- Referate, Workshops zu Fragen der ethnischen, geschlechts- und schichtspezifischen Strukturen und Prozesse in Familie, Schule, Bildung und Beruf
In der Forschung und Entwicklung
Projekte zu den Themenfeldern des Fachbereichs: Forschungen im Bereich
soziale Ungleichheiten im Bildungsverlauf; Forschungen zu sozio -
historischen Entwicklungen der Schule (mikro-sozial und makrosozial)
und sozialen Lebenswelten
- Geschlecht Geschlecht und Forschungsförderung (Kontaktperson: Dr. Regula Julia Leemann) http://www.phzh.ch/GeschlechtundForschungsfoerdung
Beatrix Zumsteg, M.A./ lic. phil. I, Soziologin
Rämistrasse 59
8090 Zürich
Tel. +41 (0)43 305 65 78
E-Mail: beatrix.zumsteg@phzh.ch
Rämistrasse 59
8090 Zürich
Tel. +41 (0)43 305 65 78
E-Mail: beatrix.zumsteg@phzh.ch
Therese Halfhide, lic. phil. I, Ethnologin (Haupteinsatzgebiet Ausbildung)
E-Mail: therese.halfhide@phzh.ch
E-Mail: therese.halfhide@phzh.ch

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