Medienmitteilung vom 10. September 2009
10.09.2009
PH Zürich richtet Ausbildung noch stärker auf die Schule aus
Noch mehr Praxis und noch mehr Eigenverantwortung – unter diesen Vorzeichen beginnen an der Pädagogischen Hochschule Zürich rund 430 Studierende am 14. September 2009 ihre Ausbildung zur Lehrerin oder zum Lehrer. Mit dem Ausbildungsmodell NOVA 09 hat die PH Zürich ihre Studienlehrgänge noch stärker auf die Anforderungen und Bedürfnisse der Schule ausgerichtet.
«Unsere Studierenden werden im Beruf Probleme lösen, von denen wir heute noch keine Ahnung haben. Deshalb bildet die PH Zürich Lehrpersonen aus, die ihr Wissen und Können permanent und autonom erweitern und erneuern», sagt Hans-Jürg Keller, Prorektor Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich (PH Zürich) zum Start des Ausbildungsmodells NOVA 09. Ab 14. September kommen die ersten rund 430 Studierenden in den Genuss der weiterentwickelten Studienlehrgänge für angehende Lehrerinnen und Lehrer. Im Vordergrund stehen Schulnähe, selbstgesteuertes und kooperatives Lernen sowie das Zusammenspiel von Theorie und Praxis.
Bereits in den ersten Studienwochen vor einer Schulklasse

Durch kooperatives Lernen werden angehende Lehrpersonen auf Teamwork im Schulalltag vorbereitet. (Foto PH Zürich)
Praxis wird an der PH Zürich gross geschrieben. Rund ein Viertel der gesamten Ausbildungszeit verbringen die Studierenden in Kooperationsschulen und bereits ab der ersten Studienwoche stehen sie vor einer Schulklasse. Hans-Jürg Keller begründet: «Bei uns durchlaufen junge Erwachsene nicht nur ein Studium, sondern lernen auch einen Beruf, den sie nach Abschluss der Ausbildung ausüben können.» Dabei berücksichtigt die PH Zürich die aktuellen Entwicklungen im Schulfeld und lässt ihre Studentinnen und Studenten in einer Kooperationsschule die gesamte Kultur einer Schule kennenlernen. Herzstück der Lehrerausbildung an der PH Zürich ist das Quartalspraktikum. Hier soll das angeeignete Wissen in verschiedenen Alltagssituationen angewendet, angepasst und weiterentwickelt werden. Denn Theorie und Praxis sind längst keine Gegensätze mehr, im Gegenteil: theoretisches Wissen und ein wissenschaftliches Grundverständnis helfen, die Praxis zu verstehen und im Alltag erfolgreich zu reagieren.
Mit der Praxis in die Theorie
Auch in den Lehrveranstaltungen an der Hochschule rückt der Schulalltag vermehrt in den Fokus. So soll vermehrt anhand von Beispielen und Situationen aus der Praxis gearbeitet und gelernt werden. Zudem finden moderne Medien wie beispielsweise Videoanalysen Eingang ins Studium. Heinz Bättig, Departementsleiter Primarstufe: «Bisher gingen wir von der Theorie in die Praxis, neu holen wir die Praxis in die Theorie.» Mit diesen situativen Lernmethoden und den Stunden in den Kooperationsschulen erhöht sich die immer wieder geforderte Praxisnähe auf über 40 Prozent der gesamten Studiumszeit.
Ein zweiter Hauptfokus der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung liegt auf dem selbstgesteuerten und kooperativen Lernen. So wird nur etwa die Hälfte des Studiums in geleiteten Veranstaltungen verbracht. Der Rest ist ausgefüllt durch Arbeiten in Gruppen oder alleine, zu Hause, auf dem Campus oder in den Lernfeldern. Letztere Lehr- und Lernform widmet sich jeweils einer zentralen, übergeordneten Fähigkeit des Lehrberufs wie beispielsweise «Lernstrategien vermitteln und Lernprozesse begleiten» oder «Beobachten, Beurteilen, Fördern». In den Lernfeldern erarbeiten die Studierenden in kleinen Gruppen Lösungen zu vorgegebenen Situationen aus dem Schulalltag. Die Gruppen werden mal zusammen, mal einzeln durch Dozierende eingeführt, angeleitet und während des gesamten Lösungsprozesses gecoacht und begleitet. Dabei arbeiten Dozierende aus verschiedenen Fachbereichen zusammen und verknüpfen damit verschiedene Schulfächer, wissenschaftliche Disziplinen und unterschiedliche Anwendungsbereiche – Heinz Bättig: «Auch in einer Schulklasse handelt eine Lehrperson immer vernetzt und interdisziplinär.»
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